Grundschule Süd in Radeberg und eine alte Mauer

Projekt Schule für die Zukunft unserer Stadt

In den vergangenen Wochen und Monaten hat sich der Radeberger Stadtrat intensiv mit der notwendigen Sanierung der Grundschule Süd auf der Heidestraße befasst. Insbesondere ging es zunächst um einen Vorschlag seitens der Stadtverwaltung, für den Zeitraum der Sanierung einen Interimscontainerbau an der Schillerstraße als provisorische Zwischenlösung zu nutzen. Damit verbunden waren hohe Kosten für die Anmietung der Container, diese Gelder hätten so keiner anderen Verwendung zugeführt werden können.

Für mich als Stadtrat stellte sich die Frage, welchen Mehrwert können wir durch eine Sanierung der Schule erreichen und formulierte folgende Fragen:

  1. Wird durch die Schulsanierung der ansteigende Platzbedarf auf Grund steigender Schülerzahlen kompensiert?
  2. Wird die aktuelle Sächsische Schulbaurichtlinie (SächsSchulBauR) umgesetzt?
  3. Stellt die Sanierung eine langfristige Lösung sicher ?

Für dieser Fragen kam von der Verwaltung ein klares NEIN.

Auch für die Schüler und Lehrer ergeben sich für den Zeitraum der Sanierung zusätzliche Herausforderungen. Der Umzug in die Container oder auch der zusätzliche Schulweg, um zwischen Schulcontainer und Sporthalle/Sportplatz zu pendeln.

Grund genug für mich, sich gegen diesen Interimsbau zu entscheiden. Das sah die Mehrheit des Technischen Ausschusses ebenso. Deshalb wurde die Verwaltung beauftragt, eine Varianten-Untersuchung durchzuführen. In einer Rekordbearbeitungszeit von knapp 5 Wochen legte uns die Verwaltung dann diesen Variantenvergleich vor. So konnten wir uns erneut dem Thema widmen, denn es standen nun vier Varianten zur Diskussion. Am Ende entschieden wir uns im Stadtrat für die Variante 4. Diese umfasst einen Schulneubau am Standort Heidestraße und anschließend die Sanierung des Bestandsgebäudes für den Hort sowie für eine neue Kindertageseinrichtung. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf ca. 16,9 Millionen Euro, wobei ca. 8,5 Millionen Euro als Fördermittel generiert werden können. Den Rest zahlt dann die Stadt Radeberg.

Für mich ist dies eine sehr gute Lösung, es verbindet das ALTE und das NEUE, ohne vorhandene Ressourcen und finanzielle Mittel zu verschwenden. Zudem ist das jetzige Schulgebäude (ehem. Wilhelm-Pieck-Schule), welches am 1. September 1963 feierlich eingeweiht wurde, auch ein Teil der Geschichte unserer Stadt.

Wie geht es jetzt weiter? Am 1. September 2020 tagte dazu der Technische Ausschuss, um die Art des Vergabeverfahrens fest zu legen. (T023-2020). Angedacht ist, dass die Verwaltung noch 2021 mit der europaweiten Ausschreibung für Planungsleistungen beginnt. Demnach könnte der Baubeginn 2023 erfolgen und ca. zwei Jahre dauern. Im Anschluss an die Fertigstellung des Neubaus beginnt direkt die Sanierung des Hortes und des neu entstehenden Kindergartens.

 

Öffentliche Dokumente aus dem Stadtrat:

Anlage 1 – Variantenvergleich

Anlage 9 – Variante 4 (beschlossene Variante)