TschernobylKinder e.V. Radeberg, Ilona Graf

Gesichter unserer Stadt: Ilona Graf

In jeder Gemeinde, in Städten als auch Dörfern, gibt es zahlreiche Lokalheldinnen und Lokalhelden, die sich engagieren oder einfach Dinge bewegen, die unser Leben bereichern und angenehmer machen. Genau diese Menschen, die Gesichter unserer Stadt, kommen an dieser Stelle kurz zu Wort.

Heute stellen wir Ilona Graf vom TschernobylKinder e.V. in Radeberg kurz vor.

  1. Wann und wie entstand die Idee dazu, Kindern aus der Umgebung von Tschernobyl zu helfen und zu unterstützen und seit wann bist du dabei?

    In den 90er Jahren haben sich vieler Orts Tschernobylhilfe-Vereine gegründet. Im Vordergrund standen Erholungsaufenthalte für Kinder und Hilfstransporte nach Weißrussland. Belarus trägt die größte Bürde der Katastrophe vom 26. April 1986. Der vorherrschende Südwind trieb die atomaren Niederschläge über den südlichen Teil der Republik. Unter den Auswirkungen werden die Menschen dort für immer zu leiden haben. Für uns ist es erklärte Herzenssache, den Menschen – vor allem den Kindern – im Kreis Buda-Koschelewo zu helfen. Zum ersten Mal war ich im Frühjahr 1991 bei einer Kindererholung tätig, damals allerdings noch in Zittau. Seit Sommer 2000 bin ich in Radeberg aktiv.

  2. Wie finanziert sich der Verein und wie vielen Kindern wurde in Radeberg bisher ein Aufenthalt ermöglicht?

    Alles wird ausschließlich durch Spenden finanziert. Seit 1998 gibt es die Kindererholung in Radeberg und hier erholten sich jährlich 25 bis 30 Kinder, das heißt insgesamt fanden über 500 Kinder für 3 Wochen ein Zuhause in Gastfamilien. Ein riesengroßes Dankeschön an alle treuen Sponsoren und an alle Gastfamilien, die diese Aufenthalte überhaupt erst möglich machen.

  3. Gibt es Kinder, die als Erwachsene hierher zurückkehren und die positiven Erlebnisse in Radeberg später für sich nutzen konnten?

    Es gibt viele freundschaftliche Kontakte, die über mehrere Jahre bestehen. Und manchmal konnten wir schon deren Kinder bei uns begrüßen. In diesem Sommer kam Polina und ihre Mama Anna nach Radeberg. Anna weilte 1994 in Görlitz. Auch Tanja – unsere Dolmetscherin – war als Kind hier und konnte dann während ihres Studiums von persönlichen Eindrücken berichten, wie zum Beispiel von der Dresdner Gemäldegalerie.

    26. April 1986 – Ein Tag, den wir nie vergessen sollten!

// “Gesichter unserer Stadt” ist ein Gemeinschaftsprojekt der Radeberger Heimatzeitung und mir, Frank Höhme.