Teamwork Schönfuß, Stadtgeschichte Radeberg, Geschichte, Sachbuchautorin, Renate Schönfuß-Krause

Gesichter unserer Stadt: Renate Schönfuß-Krause, denn Radebergs Stadtgeschichte ist ihre Passion

In jeder Gemeinde, in Städten als auch Dörfern, gibt es zahlreiche Lokalheldinnen und Lokalhelden, die sich engagieren oder einfach Dinge bewegen, die unser Leben bereichern und angenehmer machen. Genau diese Menschen, die Gesichter unserer Stadt, kommen an dieser Stelle kurz zu Wort.

Heute stellen wir Renate Schönfuß-Krause vor, Sachbuchautorin für Radeberger Geschichte und Biografien berühmter Persönlichkeiten ihrer Heimatstadt.

  1. Wenn man sich deinen Lebenslauf so ansieht, dann hast du ein enormes Repertoire an Fähigkeiten und Interessen. Welche haben dich in deinem Leben am nachhaltigsten vorangebracht?

    Ja, da muss ich wirklich nachdenken… Eine Rückschau ist immer interessant, wie man eigentlich zu dem wurde, was man momentan gerade ist oder auch tut. Ich denke, jede Etappe meines bisherigen Lebens war wichtig und Voraussetzung für die weitere Entwicklung bis in die Jetztzeit, vom Schulmädchen, welches prämiierte Aufsätze „mit einem besonderen Stil“ zum Erstaunen der Lehrer schrieb, oder später als Werbefachfrau, Designerin, Gestalterin von Verkaufsräumen und Aktionen – immer waren Ideenfindungen Grundlage meiner Arbeit, Zielgruppenanalysen, Konzeptionen mit strukturierten Abläufen und Maßnahmen bis hin zu Öffentlichkeitsarbeit und Gestaltung von gezielten Werbetexten. So etwas verlernt man eben nie. Diese Vielschichtigkeit kommt mir jetzt bei meinen Forschungen und Veröffentlichungen, ob in Buchform oder als Beiträge bei Fachverlagen, zugute. Eines meiner Lieblingsthemen ist dabei die Erforschung von bedeutenden Persönlichkeiten Radebergs, die hier in der Stadt ziemlich vergessen wurden, da sie ihr Glück in der Fremde suchten. Diese hochinteressanten Biografien, das Erforschen von Zusammenhängen ihres Lebens in dem jeweiligen historischen Kontext, das erweist sich immer wieder als ein regelrechtes Abenteuer.

  2. Wieviel Zeit verbringst du durchschnittlich mit der Radeberger Geschichte pro Monat?

    Eine wirklich schwere Frage, der Zeitfaktor ist kaum einzugrenzen. Wenn mich ein Thema interessiert, dann fange ich zumeist an „zu brennen“ (lacht: „Mein armer Mann kann ein Lied davon singen…“). Dann beginnt Dauerstress, das Thema beschäftigt fast ununterbrochen, beherrscht unsere Gespräche, unser Leben. Vor der eigentlichen Schreibarbeit liegt zumeist viel Recherchearbeit, ob in Archiven oder anderen Quellen, Kontaktsuche zu Zeitzeugen, Familienangehörigen, die interviewt werden. Das alles ist sehr aufwendig und zeitraubend. Im „Schaffensprozess“ des Schreibens sind dann 10-12 Stunden am Computer täglich „normal“, bei umfangreichen Arbeiten geht das über Wochen und Urlaub geht nicht ohne Laptop, denn man darf den Faden nicht verlieren. Aber damit nicht genug. Ist ein Beitrag fertig, zumeist zuerst gekürzt in der „Radeberger“ veröffentlicht, wird er für weitere Veröffentlichungen aufbereitet, ob auf unserer Webseite www.teamwork-schoenfuss.de für das Internetportal, für den Dokumentenserver „Qucosa“ der SLUB Dresden, umgeschrieben als Lexikon-Artikel für Wikipedia als größtes Lexikon der Welt, als Biografie für das Institut für Sächsische Geschichte und zusätzlich als Beitrag für Verlags-Veröffentlichungen in Fachzeitschriften, mit denen ich zusammenarbeite. Das ist zwar nochmals viel Arbeit, denn alles muss für die jeweiligen Geschäftsbedingungen aufbereitet werden, aber nur so wird es möglich, unsere Radeberger Geschichte mit ihren Persönlichkeiten nicht nur als kurze „Momentaufnahme“ im Radeberger Raum bekannt zu machen, sondern überregional und dauerhaft in den Focus der digitalen Welt zu stellen. Für mich das Ziel der aufwendigen Arbeiten. Belohnt wird man dafür mit Feedbacks, Anfragen und interessanten Kontakten weltweit. Damit erübrigt sich sicherlich die Frage nach dem Zeitaufwand?

  3. Welche Schulnote gaben dir deine Lehrer im Fach Geschichte?

    Ach du liebe Zeit – nein, da bin ich kein Vorzeigeobjekt, denn wenn jetzt jeder vermutet, da kann in Geschichte nur eine 1 auf dem Zeugnis gestanden haben, kann ich das nicht bestätigen: Durchschnitt 2 war normal, in einem Jahr steht bei Geschichte sogar eine Note 3, da empfand ich den staubtrockenen Unterricht und das Pauken von Jahreszahlen sicherlich besonders öde. Meine Begeisterung für Geschichte verdanke ich einzig und allein meinem Elternhaus, in dem Kenntnis der Historie und Lesen wertvoller Literatur selbstverständlich waren und das Zitat: „Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen“ zur Grundlage meines Interesses und Verständnisses wurde.

// “Gesichter unserer Stadt” ist ein Gemeinschaftsprojekt der Radeberger Heimatzeitung und mir, Frank Höhme.

Foto: Teamwork Schönfuß (privat)