Die Silberdiele in Liegau-Augustusbad im Juni 2021

Die Liegauer Silberdiele: Zukünftig wieder ein Ort der Begegnung

Für viele Rödertaler ist die Silberdiele sicher noch ein Begriff, als traditionsreiche Gaststätte im Ortsteil Liegau-Augustusbad. Nach fünfjähriger Suche stand 2018 jedoch fest, dass sich offenbar kein neuer Pächter für das Objekt finden lässt, zu hoch wären die notwendigen Investitionen in die Ausstattung.
Somit wurden andere Nutzungsmöglichkeiten für das städtische Gebäude geprüft. Im Ergebnis daraus schlug der Ortschaftsrat eine grundlegende Sanierung vor, so dass neben dem bereits vorhandenen Ortsamt im Gebäude auch der Schulhort einziehen kann, sowie ein neuer Jugendclub und ein Bereich der Begegnung entsteht. Eine Machbarkeitsstudie ermittelte 2019 zunächst Kosten in Höhe von ca. 2,54 Mio. Euro für das Vorhaben, stolze 2,25 Mio. Euro davon wurden der Stadt an Fördermitteln bewilligt. Bereits 2020 begannen dann die ersten Vergabeverfahren.
Nunmehr wurde ein zusätzlichen Finanzbedarf in Höhe von 1,45 Mio. Euro angemeldet bzw. bei der Stadtratssitzung am 30.06.21 als Beschlussvorlage eingebracht. Die Höhe des Bedarfs lässt zunächst vielleicht eine Fehlplanung vermuten, dem ist bei genauer Betrachtung jedoch nicht so. Neben der Tatsache, dass die allgemeinen Baukosten in den letzten Jahren enorm gestiegen sind, konnte erst mit dem Planungsbeginn auch die genaue Begutachtung der Bausubstanz erfolgen. Diese stellte sich leider als deutlich schlechter heraus als zunächst vermutet. Jedoch gerade bei einer öffentlichen Nutzung sind preiswerte Alternativplanungen nur schwer möglich, schließlich gilt es, neben gesetzlichen Vorschriften und Verordnungen viele Richtlinien zu beachten und auf Anforderungen der zukünftigen Nutzer einzugehen.
Sicherlich kann man die Kalkulation im Rahmen der Machbarkeitsstudie aus heutiger Sicht kritisieren. Viel wichtiger scheint jedoch die Frage, welche Ziele können mit der Sanierung erreicht werden und sind diese den finanziellen Mehraufwand wert:

  • Ein städtisches Gebäude wird saniert und einer langfristigen Nutzung zugeführt.
  • Das Ortsamt kann Räume im Erdgeschoss beziehen und ist dann barrierefrei erreichbar.
  • Durch die Neuerrichtung des Dachstuhles ist das Dachgeschoss großzügiger plan- und nutzbar.
  • Der Hort kann vollständig ins Gebäude einziehen und schafft dadurch freie Kapazitäten in den bisher genutzten Räumen im Kindergarten.
  • An zentraler Stelle im Ortsteil wird ein Treffpunkt für die Jugend geschaffen und es entstehen Räumlichkeiten für Kultur und Begegnung.

Die Alternative zur Umsetzung dieses Vorhabens wäre übrigens ein nahezu leerstehendes, städtisches Gebäude, mit massivem Sanierungsbedarf. Und, der Ortsteil Liegau-Augustusbad hätte weiterhin dringenden Bedarf an zusätzlichen Kita- und Hortplätzen. Zudem besteht die Möglichkeit, dass ein Großteil der zusätzlich benötigten Mittel nachträglich ebenfalls von der Fördermittelstelle bewilligt werden. Geschieht dies nicht, müsste die Finanzierung aus Eigenmitteln der Stadt Radeberg erfolgen. Aber selbst dann gibt es aus meiner Sicht keinen wirklichen Verlierer.