Röderbrücke Dresdner Straße in Radeberg

Brückensanierung oder Tunnellösung

Pressewirksam hat sich vor wenigen Tagen der Radeberger Ortsverband von „Die Partei“ zu Wort gemeldet und anstelle einer Sanierung der Straßenbrücke am Kaiserhof eine „Tunnelvariante“ vorgeschlagen. Auch ich konnte mir beim Lesen ein Schmunzeln natürlich nicht verkneifen. Das Thema ist jedoch wichtig, daher hier noch mal ein kurzer Überblick.

Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV) plant die Sanierung der Brücke auf der S95 Dresdner Straße. Bezogen auf diese Maßnahme, beschloss der Radeberger Stadtrate in seiner Sitzung am 28.10.2020 die Beteiligung an der Planung mit dem Ziel, eine Unterführung für Fußgänger und Radfahrer zu schaffen, welche die beiden Grünflächen entlang der Röder verbindet. Insgesamt sind dafür Kosten in Höhe von ca. 750.000 € einzuplanen, was natürlich zu intensiven Diskussionen im Stadtrat führte. Ich habe damals für die Einstellung der Mittel im Haushalt gestimmt und halte diese Entscheidung bis heute für richtig. Sicherlich gibt es auch Argumente, die gegen eine städtische Finanzierung sprechen, denn die Gelder werden an anderer Stelle ebenfalls dringend benötigt. Entscheidend war für mich jedoch ein anderer Ansatz:
Denn bereits 2017 beschloss der Radeberger Stadtrat mit großer Mehrheit das „Grüne Band“ in Radeberg umzusetzen. Dieses Projekt ist eine sogenannte städtebauliche Sanierungsmaßnahme mit dem Ziel, vorhandene Frei- und Grünflächen zu entwickeln und zu vernetzten, um damit positiv zur Lebensqualität in Radeberg beizutragen. Entlang der großen Röder soll in verschiedenen Einzelmaßnahmen bis 2026 neuer Raum für Spiel, Sport und Erholung geschaffen werden. Insgesamt sind dafür 4,2 Mio. Euro eingeplant, davon immerhin 2,8 Mio. Fördermittel vom Bund und Land. Schon zum Zeitpunkt des Beschlusses war allen Beteiligten klar, dass besagte Brücke eine Herausforderung darstellen wird. Denn für die Nutzung der links- und rechtsseitig mittlerweile umgesetzten Gestaltungsmaßnahmen ist eine Überquerung der hochfrequentierten Straße notwendig. Durch die nun bevorstehende Sanierung der Brücke besteht die Möglichkeit, auf Art und Umfang der Sanierung Einfluss zu nehmen. Die dabei getroffene Entscheidung hat dann für viele Jahrzehnte bestand. Daher war es richtig und wichtig, die Überlegung zur Finanzierung einer Unterführung im Stadtrat zu diskutieren und letztlich auch zu beschließen.

Für alle Interessierten, die mehr zum Projekt „Grünes Band“ wissen möchten, verweise ich hier auf das Konzeptpapier der Stadt Radeberg und den dazugehörigen Entwurf des Architekturbüros Schubert.