Röderbrückensanierung erfolgt ohne Fußgängerunterführung

Im Oktober 2020 beschloss der Radeberger Stadtrat die Beteiligung an der Planung einer Unterführung für Fußgänger und Radfahrer unter der Brücke am Kaiserhof (Dresdner Straße). Der Grund war die bevorstehende Sanierung des Bauwerkes seitens des Landesamts für Straßenbau und Verkehr (LASuV) und die damit verbundene einmalige Chance, die beiden neugestalteten Grünflächen links und rechts der Brücke zu verbinden. Das sogenannte “Grüne Band”. Der damals eingestellte Betrag von ca. 760.000 Euro sorgte im Vorfeld des Beschlusses natürlich für Diskussionen im Stadtrat. Ich hatte damals für eine Unterführung gestimmt.
Die Umsetzung des Projektes “Grünes Band” für Radeberg und die Tatsache, dass die Entscheidung über das Vorhaben für mehrere Jahrzehnte Bestand hat oder das Thema Verkehrssicherheit hatten mich überzeugt, die alternativen Möglichkeiten zur Unterführung hingegen nicht.
Nunmehr lagen seitens des Projektträgers aktuelle Schätzungen zur Umsetzung vor und bedurften einer erneuten Abstimmung im Stadtrat. Rund 1,4 Mio. Euro sind demnach notwendig, um das Vorhaben umzusetzen. An den o.g. Argumenten, die für eine Unterführung sprechen, ändern auch höhere Baukosten nichts, jedoch müssen dann die Gelder an anderer Stelle eingespart werden. Fördermittel wären zwar möglich, jedoch kann sich die Stadt darauf natürlich nicht verlassen. Viele der Radeberger Stadträte meldeten sich daher bei diesem Punkt der Tagesordnung zu Wort, um ihre Argumente vorzutragen. Auch ich hatte mich im Vorfeld noch einmal intensiv mit der Thematik beschäftigt und dazu verschiedene Gespräche in der Stadt geführt. Im Ergebnis daraus habe ich gegen das Vorhaben gestimmt. Eine Unterführung an dieser Stelle – sehr gern – aber nicht um jeden Preis! Kosten in dieser Höhe sind meiner Ansicht nach derzeit nicht vertretbar. Sicher ist ein Verhältnis zum Nutzen sehr schwer zu errechnen, aber die reinen Beträge dieser Investition im Vergleich zum gesamtstädtischen Haushalt und der damit verbundenen Pflichtaufgaben der Stadt, waren letztlich für mich entscheidend.
Ergänzend zu meinen Überlegungen dazu, hatte ich in der Sitzung durch die Nennung konkreter Beispiele angeregt, das bereits eingestellte Geld direkt Projekten zuzuführen, die an anderer Stelle einen sichtbaren und zeitnahen Mehrwert in Radeberg schaffen.
In der Abstimmung wurde dann mehrheitlich gegen eine Unterführung gestimmt.